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Datenschutz im Fuhrpark – gar nicht nötig?
Datenschutz im Fuhrpark – gar nicht nötig?
Time icon18 May 2018, 10:05 am

„In unserem Fuhrpark wird nur gefahren, da werden keine Daten erhoben. Also brauchen wir auch keinen Datenschutz!“ So oder ähnlich könnte ein unbedachter Fuhrparkleiter vielleicht denken. Was dabei allerdings unter den Tisch fällt: Kein Fuhrpark kommt ohne personenbezogene Daten aus. Oder woher wissen Sie, dass Ihr Mitarbeiter einen gültigen Führerschein hat?

 

Die DSGVO verändert die Bedingungen

Aus diesem Grund ist es im Fuhrparkmanagement unabdinglich, die eigenen Prozesse im Vorfeld der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu auditieren und möglicherweise anzupassen. Ab 25. Mai gilt die DSGVO unumschränkt. Das zugrunde liegende Prinzip gibt Art. 5 Abs. 1. Der DSGVO vor:

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Dabei unterscheidet die DSGVO nicht zwischen Mitarbeitern und betriebsfernen Personen – der Datenschutz aller Europäer ist ohne Ausnahme davon betroffen. Aus diesem Grund bekommen betroffene Personen auch neue (Auskunfts-)Rechte: Sie können ab 25. Mai die Herausgabe ihrer Daten in einem maschinenlesbaren Format fordern, sowie deren Berichtigung oder Löschung verlangen. Außerdem müssen alle Daten standardmäßig gelöscht werden, sobald der Speicherungszweck erfüllt ist. 

 

Wo fallen überall Daten an?

Personenbezogene Daten im Fuhrpark fallen an verschiedensten Stellen an: Bei der Fahrzeugübergabe, bereits genannter Führerscheinkontrolle, aber auch bei der Bearbeitung von Ordnungswidrigkeiten und Unfällen. Schließlich sind Personenangaben bei der Abrechnung von Tankkarten und Werkstattrechnungen üblich.

Doch das sind nur die Fälle, in denen der Fuhrparkleiter selbst mit personenbezogenen Daten zu tun hat. Nicht vergessen werden dürfen die Fälle, in denen automatisierte Funktionen oder digitale Assistenten im Auto verbaut sind. Auch diese erheben unzählige Daten, die direkt mit einer Person verknüpft werden können. Besondere Vorsicht gilt bei Daten, die direkte Rückschlüsse auf das Verhalten des jeweiligen Mitarbeiters zulassen. Dazu zählen insbesondere Mikroprozessoren und Sensoren, die beispielsweise Beschleunigung und Geschwindigkeit messen. Da diese Daten wiederum von Werkstätten, Herstellern und Unfallsachverständigen ausgelesen werden können, gilt hier besondere Vorsicht: Immer, wenn externe Anbieter personenbezogene Daten verarbeiten, ist künftig ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) notwendig. Fuhrparkleiter sollten sich in Absprache mit dem zuständigen Datenschutzbeauftragten umgehend darum kümmern, diese Verträge abzuschließen. Und auch sonst gilt: Ein prüfendes Auge auf alle Prozesse, dann steht dem Datenschutz im Fuhrpark nichts entgegen!

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